Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Ostern bewegt


„Du brichst auf, von innen heraus.
Der Nullpunkt wird zum Neuanfang.
Unfassbares,
Unerwartetes,
Unglaubliches ereignet sich: die Kraft des Auferstehens,
die öffnet uns für die Gegenwart Gottes in allem“
So hat der Autor Pierre Stutz die Wirkungsgeschichte des Osterereignisses neu beschrieben.

Die alten Osterlieder besingen es so:
„Christ ist erstanden von der Marter alle;
Des solln wir alle froh sein,Christ will unser Trost sein.“


Hier wie dort klingt es an:
Ostern beschreibt den Sieg des Lebens gegen den Tod.
Weil Christus gegen den Tod aufgestanden ist, sind von da an verwegene Gedanken erlaubt, die  tollkühn Bedrückendes wegfegen.
Die uns mitreißen in eine Bewegungskraft hinein, die Steine verrückt.
Große, schwere Steine, die der Macht des Todes einen letzten Spielraum sichern sollen.
Steine-Rücker sollten wir sein.
Auch das wäre eine Osterbotschaft.
Also nichts wie hin und den letzten Spielraum des Todes ins helle Osterlicht rücken.
Das kommt einem Beben gleich.Ideen sprudeln.
Phantasien blühen.
Kräfte sprießen.
Füße fliegen.
„Brannte nicht unser Herz als er uns begegnete?“, fragten die Jünger von Emmaus.
„Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden!!“, lautete die Antwort der Ostermenschen.


Denn die Kraft des Auferstehens,umgreift,umfängt, belebt,beseelt,was lebtund webt und strebt.
Der Tod wird nicht mehr sein,
das Leben lacht sich eins,
es hat auch einen guten Grund
denn es bricht sich nun die Bahn
weit hinausund doch mitten hinein
ins Starre und Bedeckte,
Versteckte und Vertrackte.


So kreisen die Ostergedanken, wenn sie sich neuen Betrachtungen widmen.
Das Altgetünchte erstrahlt  in hellem Glanz.
Frische Farben braucht die Aussicht  hinaus über eingespielte Verfahren.
Eingespielte Muster sind der Osterbotschaft Quellen nicht.
Fegt es doch hinweg, was eingespielt und eingesackt und eingebrockt ist.
Und bringt durcheinander, was festgezurrt am Ort der naheliegenden Erwartung liegt.


Es scheint nämlich so: Die Auferstehung hätte keinen Sinn, wenn wir nicht ebenfalls aufstehen würden. Sie hätte keinen Sinn, wenn wir uns nur ducken und unsere Kraft verstecken würden. Sie hätte keinen Sinn, wenn wir unsere Würde nicht achten würden und auch nicht die der anderen.
Auch hätte die Auferstehung keinen Sinn, wenn wir nicht stolz, mit geradem Rücken und erhobenem Kopf, Ja sagen und Nein sagen würden zu gegebener Zeit. Sie hätte keinen Sinn, wenn wir nicht  für uns sorgen würden, wie für die anderen.


Die Osterbotschaft in Kurzform:Steh auf! Rüttle dich und schüttle dich! Strecke dich und recke dich!

Denn siehe: Neues ist geworden!