Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Abendmahl mit Kindern

Auch Kinder und noch nicht konfirmierte Jugendliche zum Abendmahl in unserer Gemeine einzuladen - diese Idee wurde durch eine entsprechende Anfrage aus der Gemeinde initiiert. So hat das Presbyterium gemeinsam mit den Mitgliedern des Liturgieausschusses über die Bedeutung von Taufe, Abendmahl und Konfirmation nachgedacht. Das Presbyterium hat daher den Beschluss der Landeskirche aus dem Jahr 1986 bekräftigt, dass getaufte Kinder künftig nach eingehender Vorbereitung am Abendmahl teilnehmen dürfen. 

Wie diese Vorbereitung genau aussehen wird, muss jetzt noch konkretisiert werden.

Über den Stand der Überlegungen und weiter führenden Diskussionen berichtete Pfarrer Schmitz auf der Gemeindeversammlung:

In Artikel 75 der Kirchenordnung heißt es: „Grundlegende Voraussetzung für die Teilnahme am Abendmahl ist die Taufe… Kinder können nach genügender Vorbereitung zum Abendmahl zugelassen werden.“ Voraussetzung ist dabei ein Beschluss des Presbyteriums.

Beim Nachdenken über die mögliche Zulassung von Kindern zum Abendmahl stand unser eigenes Sakramentsverständnis ebenso auf dem Prüfstand wie die bislang erprobte Abendmahlspraxis in unseren Gottesdiensten. Am Ende blieb die einhellige Erkenntnis: Wenn unser Gottesdienst eine gemeinsame Feier ist und wir uns mit Liedern, Gebeten, Texten, Brot und Wein/Saft, dem Wasser der Taufe, Aktionen und Handlungen, Gesten und Bewegungen der Gemeinschaft Gottes versichern und seinem heilmachendem Wirken nachspüren, dann darf von dieser Gemeinschaftserfahrung keiner ausgeschlossen werden.

Gerade am Tisch des Herrn wird die vergebende und gemeinschaftsstiftende Hingabe Christi erlebbar - und daran sollen auch die Kinder Anteil haben dürfen.

Wir möchten den Beschluss des Presbyteriums zur Gelegenheit nehmen, in unseren Gruppen und Kreisen noch einmal eingehender über unser Sakramentsverständnis nachzudenken und den theologischen wie emotionalen Zusammenhang von Taufe, Abendmahl und Konfirmation zu beleuchten.

Dort, wo es bislang geschehen ist, kam es zu neuen Einsichten. Zum Beispiel der, dass Taufe und Abendmahl in einem unauflöslichen Zusammenhang stehen, weil sie in den Leib Christi eingliedern (Taufe) und den Leib Christi darstellen (Abendmahl). Die Konfirmation ist und bleibt die Antwort des nun selbst verantwortlichen Gläubigen auf die Zusage Gottes in der Taufe. Als Zulassungskriterium zum Abendmahl steht sie dem vorbehaltlosen Wirken des gnädigen Gottes eher entgegen.

Natürlich werden wir uns der notwendigen Aufgabe unterziehen müssen, Kinder auf das Abendmahl vorzubereiten. Wir werden gemeinsam mit den Mitarbeitenden nach kind- und jugendgerechten Abendmahlsformen suchen, wollen dies in Zusammenarbeit mit den Eltern tun und dann besondere Gottesdienste entwickeln, die wirklich für alle eine erlebbare Gemeinschaft mit Gott und untereinander ermöglicht.

Uns ist bewusst, dass dieser Weg nicht ohne Vorbehalte möglich ist, aber wir sehen auch die Chance, noch einmal neu über Teilhabe und Teilnahme in Gespräch zu kommen. Dies sollte ein gemeinsamer Weg werden.

In der Frauenhilfe im Männerfrühstück und beim Informationstreffen der neuen Katechumenen hat Pfarrer Schmitz dieses Thema zum Teil vorgestellt, es wurde darüber intensiv gesprochen. Ich habe die gemeinsame Beschäftigung mit diesem Thema als hilfreich empfunden und fühle mich ermutigt, Kinder mit ihren Eltern für eine Teilnahme am Abendmahl zu gewinnen.

Der Weg ist bereitet, die Form und die Einstimmung müssen noch erfolgen.

Wie schön wäre ein gemeinsames Erleben des Abendmahlsakramentes, das einstimmen kann in eben diesen Jubelruf: „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit!“

Nichts anderes will das Abendmahl in uns wachrufen. Und jeder soll dies empfinden können - mit kindlichem Gemüt, mit altersweiser Gelassenheit.