Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

40 Jahre jung und schon ein Denkmal - unsere Kirche 1985

von Horst Eilers

Ein Denkmal, das ist in unserer Vorstellung zunächst etwas ganz altes, ehrwürdiges, schützenswertes, so wie die ägyptischen Pyramiden, die Akropolis, Geburtshäuser berühmter Persönlichkeiten, vielleicht die Paulskirche in Frankfurt, aber eine junge Kirche?

Uns sie war noch nicht einmal 40 Jahre als sie Denkmal wurde! Auf seiner 11. Sitzung am 06. Februar 1985 berichtete der Baukirchmeister dem Presbyterium von einem Brief der Stadt Königswinter, in der diese anfragt, ob das Presbyterium weiterhin daran interessiert  sei, die evangelische Kirche in Oberpleis in die Liste der Denkmäler des Regierungsbezirkes aufzunehmen.

Nach einigen Diskussionen in den zuständigen Gremien nahm das Presbyterium unserer Kirchengemeinde auf seiner 19. Sitzung am 24. Oktober 1985 den Eintrag unseres Kirchengebäudes in die Lister der schützenswerten Bauwerke zur Kenntnis. Ein Mal zum Nachdenken, das ist wohl ein Denkmal und das ist unsere evangelische Kirche Oberpleis allemal.

An die Lebensdauer, das ist fast sicher, sind  damals nicht viele Gedanken verschwendet worden. Deshalb sind wir dankbar, dass wir 1986 mit großem Aufwand Kirche und Anbau nachhaltig renovieren konnten. Der behutsame Umgang mit dem Bauwerk Otto Bartnings gelang so perfekt, dass vielen die Renovierung der schon denkmalgeschützten Kirche gar nicht auffiel.

Heute (1989) gibt es nicht mehr viele Beispiele der in Oberpleis errichteten Notkirche. Wir hätten Otto Bartning gern gesagt, dass die nicht mehr vorhandenen Exemplare seines Entwurfes nicht einer altersschwäche, sondern dem Zeitgeist zum Opfer gefallen sind. Dieser geist war in Oberpleis unstrittig auch vorhanden. Dankbar sollten wir deshalb sein, dass wir ihn bei uns durch den Eintrag unserer Kirche in die Liste der Denkmäler einigermassen sicher überwunden haben. Wir können damit zeigen, wie Gemeindeleben nach dem Zweiten Weltkrieg sattfand, wie die damalige gemeinde ihren Alltag und ihren Sonntag in und mit der Kirche verbracht hat und wohin die zeit uns bis heute gebracht hat.

Der Gemeinde sollte ans Herz gelegt werden, für ihr Denkmal zu sorgen, damit auch in Zukunft Zeugnis von der heute noch von vielen Menschen erlebten Mitte des 20. Jahrhunderts abgelegt werden kann. Ein Erlebnis, das mich besonders motiviert hat, mich für unser Kirchengebäude einzusetzen, möchte ich zum Schluß noch weitergeben. Es war ein Gottesdienst Ende 1985 oder Anfang 1986. Er wurde gehalten von einem jungen Pfarrer aus Bonn. Draußen regnete es in Strömen. Bis dahin wusste ich nicht, und der Paffer natürlich auch nicht, dass es gelegentlich im Altarraum durchregnete. Der Altar war deshalb weit nach hinten in die Altarnische geschoben. Mehrmals trafen dicke Topfen den jungen Mann, der imer wieder zusammenzuckte aber die attacken der Tropfen zum Schluss doch sehl gelassen nahm und die Gemeinde beruhigte, indem er sagte, dass er gehört hätte, die Kirche würde renoviert. Ich habe mich als Presbyter damals so unwohl gefühlt, dass ich mir vornahm, mich für eine dauerhafte Abhilfe einzusetzen.

 

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