Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Entpflichtungsgottesdienst von Pfarrer Heiko Schmitz

Am Sonntag, den 20. September 2020 wurde unser langjähriger Pfarrer Heiko Schmitz in einem feierlichen Open-Air-Gottesdienst zwischen unserer Kirche und dem Gemeindehaus von der Superintendentin Almut van Niekerk von seinem Dienst an der Oberpleiser Pfarrstelle entpflichtet.

Aufgrund der geltenden Corona-Hygienebestimmungen konnten zu diesem Abschied leider nur 100 geladene Besucher*innen teilnehmen. 


Dazu konnte, mit Genehmigung der Stadt Königswinter, die Ittenbacher Str. in Höhe unserer Kirche für die Dauer der Veranstaltung für den Durchfahrtsverkehr gesperrt werden. Der Kirch- und Gemeindehausvorplatz wurde zum Platz für den Open-Air-Gottesdienst unter den aktuell geltenden Hygienemaßnahmen.


Dank der Leihgabe von Veranstaltungstechnik unserer Nachbargemeinde Aegidienberg und vieler helfender Hände aus dem Presbyterium, Mitarbeitenden und Gemeindemitgliedern konnten wir diese feierliche Entpflichtung auf die Beine stellen. Ein herzliches Dankeschön dafür!


Nach dem Läuten unserer Glocke zu ungewohnter Zeit begleitete das Oberpleiser Presbyterium den Einzug von Superintendentin Almut van Niekerk und  Pfarrer Heiko Schmitz.

Den  eigenen Abschiedsgottesdienst leitete Pfarrer Schmitz, begleitet von unserem Organisten Herrn Altenrath,  und den Herrn Sinell und Schmitz von der Bigband der Bundeswehr, auf gewohnt humorvolle Weise.

In der Predigt ging er mit seiner besonderen Art auf seine Dienstzeit hier in Oberpleis ein. Die knarrenden und quietschenden Altartüren unserer Notkirche spielten dabei eine besondere, und gut hörbare, Rolle. Ebenso der Abendmahlstisch vor dem er so viele Gottesdienste gefeiert hat und extra, seinem Wunsch folgend, vor der Kirche aufgebaut war. 


Nach der Predigt übernahm Superindendentin van Niekerk den Gottesdienst und blickte ebenfalls auf eine ereignisreiche Dienstzeit von Pfarrer Schmitz auch für den Kirchenkreis zurück. 

Die feierliche Entpflichtung von Pfarrer Schmitz erfolgte dann im Beisein des Presbyteriums und aller anwesenden Amtskolleg*innen der Nachbargemeinden.


Nach dem Segen durch Superintendentin van Niekerk an die Gottesdienstteilnehmer*innen endete der Festgottesdienst bei herrlichem Spätsommerwetter. 


Anschließend sprachen Frau Klink für das Presbyterium, Erster stellvertretender Bürgermeister Mahlberg für die Stadt Königswinter und weitere Laudator*innen Grußworte für Pfarrer Schmitz. 


Sie dankten ihm für die vielen gemeinsamen Jahre hier in Oberpleis und für die viele gemeinsame Arbeit in den verschiedensten Arbeitsgruppen von der Partnergemeinde Attawasch bis zum ökumenischen Arbeitskreis.


Im Anschluss an den Festgottesdienst war auf dem Empfang auf der Gemeindehauswiese noch ausgiebig Zeit für persönliche Dankesworte an Pfarrer Schmitz mit Abstand.


Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Oberpleis dankt auch an dieser Stelle nochmals Pfarrer Schmitz für seine langjährige Dienstzeit hier in der Pfarrstelle Oberpleis und wünscht ihm und seiner Frau, für den nun kommenden Lebensabschnitt, Gesundheit, viele neue Erlebnisse mit mehr Zeit und eine schöne und erfüllende Unruhestandszeit.



Ein (Abschieds-)Interview mit Pfarrer Schmitz 

durch Anna Neumann, Öffentlichkeitsreferat des Ev. Kirchenkreises an Sieg und Rhein 


Der Oberpleiser Gemeindepfarrer Heiko Schmitz wird im Gottesdienst am Sonntag, 20. September, in den Ruhestand verabschiedet. Ein Interview 


„Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden (…), wir sinds noch nicht, wir werdens aber (…)“ – die gerahmten Sätze von Martin Luther haben Sie aus der Oberpleiser Sakristei nun abgehängt. Wohin sind sie gewandert?

Wir sind ja schon umgezogen. Wir sind Königswinter und der Region treu geblieben, sind vom Berg ins Tal gezogen. Der Luther-Text hat einen gebührenden Platz in meinem neuen Arbeitszimmer bekommen. Dieser nachdenkliche Text hat mein Leben und Arbeiten geprägt. Mein Blick ist immer darauf gefallen.


Wie lautet die Quintessenz dieses Textes?

Das Leben ist eine spannende Angelegenheit. Es ist immer ein Werden und Fortschreiten. Wir sollten immer neugierig auf das Leben sein. Und weil Glaube nicht nur eine innere Angelegenheit ist, sollte man das, was einen interessiert, auch in Gestalt bringen.


Was nehmen Sie sonst noch mit in den Ruhestand?

Die weitreichende und prägende Erfahrung, aus meiner Glaubensüberzeugung heraus gestalten zu dürfen. Gemeindeleben entwickeln und gestalten zu dürfen, das habe ich zusammen mit vielen anderen erleben dürfen. Das war spannend und interessant.


Haben Sie Pläne für Ihren Ruhestand?

Ich werde vieles auf mich zukommen lassen. Natürlich bin ich auch zu Vertretungsdiensten bereit und möchte Erfahrungen weiter einbringen. Aber erst einmal habe ich keine Verpflichtungen übernommen und möchte mir Freiräume erhalten, allerdings ohne die Füße hochzulegen. Ich bin ja begeisterter Radfahrer. Außerdem wollen meine Frau und ich uns die Kulturräume hier in der Region jetzt gezielter und intensiver ansehen. Und natürlich kommen auch großelterliche Verpflichtungen hinzu – wir haben ein erstes Enkelkind.


Heiko Schmitz (65) ist in Mettmann geboren und in Wuppertal aufgewachsen. Theologie studierte er in Wuppertal und Bonn, sein Vikariat absolvierte er in Königswinter. Für den Hilfsdienst – heute heißt diese Phase Probedienst – kam er nach Oberpleis, wurde dann dort auch Gemeindepfarrer. Mit seiner Ehefrau hat Heiko Schmitz drei erwachsene Söhne.