Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Der Kirchenchor der evangelischen Gemeinde Oberpleis

Unter Leitung von Christian Sondermann (Stimmbildner, Gesangslehrer und Instrumentallehrer) trifft sich der Kirchenchor der evangelischen Gemeinde Oberpleis immer Montags ab 20:00 Uhr im Gemeindehaus, Ittenbacher Str. 42.


Der Chor besteht seit ca.60 Jahren. Das ist ein stolzes Alter und einige Chormitglieder sind auch schon so lange dabei. Wir singen in erster Linie in Gemeindegottesdiensten und proben dafür Choräle und kleine Motetten ein. Meistens in der Passions- und Osterzeit, aber auch zu Advent und Weihnachten.

Einmal im Jahr gibt es einen Chorausflug mit, wenn es sich ergibt, Singen in einer Kirche oder im Gottesdienst einer anderen Gemeinde.

Besetzung: 10 Soprane, 10 Damen im Alt, drei Damen im Tenor, vier Bässe.

Wie so viele andere Chöre, besonders auf dem Land, haben wir Nachwuchsprobleme. Die Sängerinnen und Sänger werden älter und Nachwuchs ist nicht in Sicht. Dennoch arbeiten wir unverzagt weiter - in Zukunft hin und wieder im Zusammenschluss mit Nachbarchören.


Neue Sängerinnen und Sänger sind jederzeit herzlich willkommen. 


Kirchenchorausflug 2017 zum Kloster Eberbach

 

Nordwestlich von Eltville, mitten im Naturpark Rheintaunus, liegt das ehemalige Zisterzienser-kloster Eberbach, ein Kulturgut von europäischem Rang. Heute ist das Kloster ein staatliches Weingut des Landes Hessen und besitzt den modernsten Wein­keller Europas. Gleichzeitig ist es ein Tagungsort und beliebtes, viel besuchtes Touristenziel. 

Eine solch bedeutende Anlage ist auch ein lohnenswerter Ausflug für unseren Kirchenchor. Als wir uns am Bus trafen, regnete es in Strömen. Je näher wir jedoch dem Rheingau kamen, umso freundlicher wurde das Wetter, und als wir beim Kloster ankamen, leuchteten die Blätter der Bäume im herbstlichen Rheingau in den schönsten Farben ... Glück gehabt. 

Glück gehabt in mancherlei Hinsicht. Nicht nur die große Klosteranlage und der sie umgebende Park sind wunderschön. Glück hatten auch die Klosterbewohner in den vergangenen Jahrhunderten, weil die Abtei durch ihre Lage fernab von den großen Heerstraßen im Gegensatz zu fast allen anderen mittelalterlichen Klöstern nie zerstört wurde durch kriegerische Horden, nicht einmal während des dreißigjährigen Krieges.

So erwartete uns also eine Führung durch zwar im Laufe der Jahrhunderte immer mal wieder umgebaute, aber ansons­ten in der Grundsubstanz original erhaltene romanisch / gotische Bauten. 

Die Gründung des Zisterzienserklosters Eberbach geht auf Bernhard von Clairvaux zurück. Sein Orden besaß schon das Kloster Himmerod in der Eifel (auch dort waren wir schon mit unserem Kirchenchor zu Gast), und bemühte sich um ein weiteres Tochterkloster in Deutschland. So kam es am 13. Februar 1136 zur Errichtung der Abtei Eberbach durch Abt Ruthard, der mit zwölf weiteren Mönchen aus Clairvaux dorthin entsandt wurde. Es herrschte ein streng an den Benediktregeln orientiertes Klosterleben. Die Mönche waren angehalten, von ihrer eigenen Hände Arbeit zu leben. Dieses Gebot machte das Klosterleben in Eberbach für Adlige unattraktiv, so das die Mönche über die gesamte Zeit der Klostergeschichte aus nichtadeligen Schichten stammten. 

Die wirtschaftliche Rolle und der Einfluß mittelalterlicher Klöster wie Eberbach können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Durch die Regel des "ora et labora" (bete und arbeite), waren die Mönche /  Priester einen großen Teil des Tages mit geistlichen Aufgaben beschäftigt. Deshalb waren die Laienbrüder / Konversen enorm wichtig für die vielfältigen landwirtschaftlichen Arbeiten. Die Gruppe der Konversen in Eberbach war zeitweise 500 Männer stark. Mönche und Laienbrüder waren stets in getrennten Gebäuden untergebracht. Die Laienbrüder stammten meist aus den bäuerlichen Familien der Umgebung. Sie waren für die harte körperliche Arbeit zuständig und ähnlich wie die heutigen Niedriglohnempfänger wurden sie schlecht entlohnt und schlecht behandelt. Das Kloster Eberbach war über 870 Jahre hindurch ein wichtiges Unternehmen mit vielfältigen Aufgaben. Vorherrschend war natürlich der Weinbau, der von den Römern ins Land gebracht und mit dem Wissen aus Burgund, vervollkommnet wurde. Aber auch die übrigen landwirtschaftlichen Bereiche kamen, gefördert durch zahlreiche Schenkungen von Ländereien, nicht zu kurz. 

Während der Führung lauschte man nicht nur den erklärenden Worten, sondern ging auch durch die weitläufigen Gebäude mit den unterschiedlichsten Nutzungs-zwecken.

Dabei erfuhren wir, dass das Leben dort – besonders im Winter – hart, kalt und karg war. Das durchschnittliche Lebens-alter der Mönche betrug denn auch nur knapp dreißig Jahre. 50 Mönche mußten sich ein Dormitorium teilen, und es dauerte bis zum Jahr 1500, bevor jeder Mönch eine kleine eigene Zelle bekam. 

Da im Mittelalter kaum jemand aus der Bevölkerung lesen oder schreiben konnte, lag alles Wissen über die Sprache – meist Latein oder Griechisch – bei den Klöstern. Das Kloster Eberbach war über viele Jahrhunderte auch bei den Gelehrten dieser Zeit berühmt für seine Handschriften- und Büchersammlung, die in der Klosterbibliothek gesammelt wurden.

Während der napoleonischen Kriege und im Zuge der daraus folgenden Säkularisierung, ging das Kloster in den Besitz des Herzogtums Nassau über und wurde als Gefängnis, Heilanstalt und später Militärgenesungsheim genutzt. Im Jahr 1998 brachte das Land Hessen das Kloster in eine Stiftung ein. Viele wissen noch, dass es als Ort der Verfilmung des Romans „Der Name der Roseˮ mit Sean Connery diente. Auch der Film über Hildegard von Bingen wurde u.a. dort gedreht. Heute befindet sich die Kloster­anlage zum über­wiegenden Teil im Besitz der Hessi­schen Staats­wein­güter, dem größten deutschen Weingut, bekannt vor allem für Riesling, aber auch andere Sorten. Im riesigen alten Weinkeller bestaunten wir die mittel­alter­liche Weinpresse.

Die Räume werden auch genutzt für Tagungen, Hochzeiten und kulturelle Veranstaltungen wie das Rheingau-Musik-Festival. Ein wunderbarer Ort für Konzerte ist die 1186 geweihte Klosterkirche. Auch wir vom Kirchenchor aus Oberpleis haben gewagt, dort „Laudate omnes gentesˮ und „Da pacem, domineˮ zu singen. Zuvor haben wir noch ein köstliches Mittagessen in der viel besuchten Klosterschänke genossen.

Auf der Rückfahrt ging es – dank kluger Planung – nicht zur Autobahn, sondern zunächst eine längere Strecke am Rhein entlang, wo wir dann noch in einem Hotel direkt am Fluß und mit Blick auf eine Burg gemütlich Kaffee tranken. Schöner kann ein Ausflug nicht sein, und wir sind Carole Würtz dankbar für die fabelhafte Planung und Mühe, die sie sich gemacht hat, obwohl sie ausgelastet ist. Danke, liebe Carole.

Irmgard Granitzki

 


Es war ein schöner Tag - unser Chorausflug 2016

Wir Sängerinnen und Sänger des Chores und Angehörige haben uns auf PKWs verteilt, um uns im Westerwälder „Heilklimatischen Kurort Nümbrecht“ am Kurpark zu treffen. 

Petrus war uns freundlich gesonnen, so genossen wir schon die etwa einstündige Fahrt durch wunderschöne Landschaft bei lebhaften und anregenden Gesprächen. Sorgfältig hatte Carole Würtz den Ausflug vorbereitet. So empfing uns am „Säulenbrunnen“ ein netter Frem­denführer, der uns die Bedeutung der rätselhaften Skulpturen im Brunnen des Parkes erklärte: Nach Meinung des Bildhauers veranschaulichen sie Versu­che der Menschen, sich aus Zwängen tradierter Vorurteile zu befreien. Der Beton symbolisiert diesen Zwang, etwa wenn er, wie im Bild, den Kopf noch umschließt, nachdem der Körper sich längst davon befreit hat.    

Nach kurzweiligem Spaziergang durch Reste mittelal­terlicher Baukunst mit handwerklichen Schieferverklei­dungen hörten wir in der evan­gelischen Kirche Erstaun­liches: Im 17. Jahrhundert hatte der evangelische Geistliche den Mut, den herrschenden Fürstinnen und Fürsten des Hau­ses Sayn vorzuhalten, dass ihr regelmäßiger Kirchen­besuch und lautes Beten nicht ausreichen, um Christ zu sein. Ein sehr nachdenkenswerter Hinweis!  

Im Heimatmuseum Schloss Homburg, einer vierstöcki­gen Burg mit geschnitz­tem Treppengeländer, lernten wir an Stücken wie Schatztruhe, Bauern­schrank, geschmie­deten Behältern, Jagdgemäl­den oder am riesigen Rauchfang der Küche die Bedeu­tung von Worten wie „Auf den Hund kommen“, „Auf die hohe Kante legen“, „Schnapsdrossel“ oder „Einen Zahn zulegen“.    

Zum Ausklang des Tages wanderten wir zur berühmten Bergischen Kaffeetafel der Holsteins-Mühle. Man hatte uns im Freien mit Blick auf das alte Mühlrad Tische für fünf bis acht Personen bereit gestellt und brachte all die vielen Zutaten gleichzeitig, sodass jeder nach Belieben auswählen und wir nach Herzenslust miteinander reden konnten.    

So war unser Chorausflug ein schöner Tag im Gemeindeleben.



Rückblick auf unseren Ausflug 2015