Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Klassik in der Kirche 2018 

diverse Rückblicke zu Konzerten in unserer Kirche

 


Cantus Cantabilis begeistert in der Evangelischen Kirche Oberpleis 

Die Leidenschaft für die Musik war zu spüren: am 24.Juni 2018 präsentierte der Frauenchor Cantus Cantabilis Rhein-Sieg e.V. sein weltliches Konzert „Musik geht um die Welt“ in der Evangelischen Kirche in Oberpleis. Passend zur bevorstehenden Urlaubszeit standen Chorwerke aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Stilrichtungen auf dem Programm und demonstrierten eindrucksvoll das breite Spektrum der Sängerinnen.

Pfarrer Heiko Schmitz begrüßte als Gastgeber alle Akteure und das Publikum in der vollbesetzten Kirche.

Die musikalische Reise, charmant moderiert von der Vorsitzenden des Chores Brigitte Half, begann mit dem amerikanischen Gospel „Good news“, führte über „ Der Traum“ des Österreichers Heinrich von Herzogenberg aus dem 19. Jahrhundert nach Lettland, Frankreich ( „Il est bel et bon“, 16.Jh) wieder über den großen Teich ( „I feel pretty“ von L. Bernstein oder „Mister Sandman“ von Pat Ballard) zurück nach Europa und auf den afrikanischen Kontinent. Die Sängerinnen überzeugten mit Gefühl, stimmlicher Präzision und Enthusiasmus.

Hervorzuheben ist das Werk „Tundra“ des norwegischen Komponisten Ola Gjeilo. Bei diesem neu einstudierten, zeitgenössischen Stück übernahm Beate Goethe den Solo-Part und berührte mit ihrer klaren Sopran-Stimme.

Die Stücke „Die Entdeckung Amerikas“ (nach dem Volkslied „Ein Mann der sich Kolumbus nannt“) und „Engel“ von Rammstein wurden mit Choreographien unterstützt und kamen so noch besser zur Geltung. Großes Echo auch bei den Werken „Jubilate Deo“ (Sandra Milliken) und „Clap yo` hands“ (George Gershwin)- hier hatte der Chor mit rhythmischem Klatschen besondere Akzente setzen können.

Zum wiederholten Male hatte der Chor die Pianistin Zhanna Avrutis als Begleitung engagieren können. Sie überzeugte durch Einfühlungsvermögen und Ausdruckstärke. Erstmalig wurden die Sängerinnen durch den erfahrenen Percussionisten Christoph Übelacker unterstützt, der bei einigen Liedern mit der Trommel und dem Rainmaker eine wertvolle Ergänzung darstellte. Die Gesamtleitung hatte der langjährige Chorleiter, der aus Moskau stammende Dirigent Artur Rivo. Routiniert und engagiert führte er den Chor und die Musiker durch das Konzert.

Großer Applaus am Ende des Konzertes! Das begeisterte Publikum entließ den Chor nicht ohne Zugabe.

Bericht: Katja König (Cantus Cantabilis) 

 


Das Duo Piadolla spielte Piazolla etwas doller

 

In der gefüllten Kirche zeigten Klaus von Wrochem (Geige) und Marius Peters (Gitarre) sofort, wie hoch, hart und laut die Geige tönen kann - und wie einfühlsam die Gitarrenbegleitung klingen kann. Schon dabei bemerkten die Musiker die besondere Akustik unserer Kirche und haben sie ausdrücklich bewundert!

Von Wrochem, genannt "Klaus der Geiger" erklärte den Namen des Duos: "Piadollo" entstand aus dem Namen des Bandoneon-Virtuosen und Komponisten Astor Piazolla, den beide lieben und über dessen Werke sie sich kennen lernten. Da es sie aber stets juckt, "doller" zu spielen, nennen sie sich "Duo Piadollo". Diesem Namen machten sie im Laufe des Abends alle Ehre! Vom Strassenbarden bis zum Paganini bewiesen beide ihre ursprünglich klassisch geschulte Meisterschaft.

Dabei interpretierten sie jedes Werk zunächst, wie sich der Komponist gedacht hatte. Bei Piazollo klang das Duo argenti­nisch, in einem Werk von Marius Peters über einen völlig verreg­neten Sommer in Schottland glaubte man, die Dudel­säcke zu hören. Kaum aber sahen sie sich an, wurde es "doller"! Doch Marius Peters blieb bewusst gegensätzlich: Wie die Gitarre beim Tango die "schmelzende" Geige hart ergänzte, wurde sie sanft und romantisch, sobald von Wrochem mit ganz hohen Obertönen den Raum füllte. 

Angeregt durch die Begeisterung ihres Publikums schoben sie zusätzli­che Werke ein, etwa einen eigenen Bossanova. Freudig sang Klaus von Wrochem mit geschulten Bariton ein strahlendes Lied über die Geburt seiner Enkelin. Darin wird der Zorn des Straßenbarden über Lug, Betrug, Gewalt weggeblasen durch die Geburt des Babys: „Zauber des Lebens, das Einzige, was plötzlich zählt!“. Ganz große Begeisterung löste das Duo aus, als es mit den "Twenty four Caprices" von Paganini das Publikum mitriss. Da passte der krönende Schluss: „Leben ist schön – hab nie etwas Schöneres geseh‘n!“
Bernhard Niemann