Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Klassik in der Kirche 2018 

diverse Rückblicke zu Konzerten in unserer Kirche

 

 

Das Duo Piadolla spielte Piazolla etwas doller

 

In der gefüllten Kirche zeigten Klaus von Wrochem (Geige) und Marius Peters (Gitarre) sofort, wie hoch, hart und laut die Geige tönen kann - und wie einfühlsam die Gitarrenbegleitung klingen kann. Schon dabei bemerkten die Musiker die besondere Akustik unserer Kirche und haben sie ausdrücklich bewundert!

Von Wrochem, genannt "Klaus der Geiger" erklärte den Namen des Duos: "Piadollo" entstand aus dem Namen des Bandoneon-Virtuosen und Komponisten Astor Piazolla, den beide lieben und über dessen Werke sie sich kennen lernten. Da es sie aber stets juckt, "doller" zu spielen, nennen sie sich "Duo Piadollo". Diesem Namen machten sie im Laufe des Abends alle Ehre! Vom Strassenbarden bis zum Paganini bewiesen beide ihre ursprünglich klassisch geschulte Meisterschaft.

Dabei interpretierten sie jedes Werk zunächst, wie sich der Komponist gedacht hatte. Bei Piazollo klang das Duo argenti­nisch, in einem Werk von Marius Peters über einen völlig verreg­neten Sommer in Schottland glaubte man, die Dudel­säcke zu hören. Kaum aber sahen sie sich an, wurde es "doller"! Doch Marius Peters blieb bewusst gegensätzlich: Wie die Gitarre beim Tango die "schmelzende" Geige hart ergänzte, wurde sie sanft und romantisch, sobald von Wrochem mit ganz hohen Obertönen den Raum füllte. 

Angeregt durch die Begeisterung ihres Publikums schoben sie zusätzli­che Werke ein, etwa einen eigenen Bossanova. Freudig sang Klaus von Wrochem mit geschulten Bariton ein strahlendes Lied über die Geburt seiner Enkelin. Darin wird der Zorn des Straßenbarden über Lug, Betrug, Gewalt weggeblasen durch die Geburt des Babys: „Zauber des Lebens, das Einzige, was plötzlich zählt!“. Ganz große Begeisterung löste das Duo aus, als es mit den "Twenty four Caprices" von Paganini das Publikum mitriss. Da passte der krönende Schluss: „Leben ist schön – hab nie etwas Schöneres geseh‘n!“
Bernhard Niemann