Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Jahreslosung 2018


Gott spricht: 

 

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. 

Offenbarung 21,6Es geht um mehr als den Durst nach Wasser.

Es geht um den Durst nach Leben in all seinen Facetten. Die Angebote, diesen Durst zu stillen, scheinen unbegrenzt zu sein. Und wir lassen uns das auch etwas kosten. Die einen investieren alles in Karriere und Anerkennung, Gesundheit, die Erfüllung eines Lebenstraumes oder setzen alles in Partnerschaft und Familie. Wieder andere suchen ihr Glück in immer wieder neuen Beziehungen oder rennen von Event zu Event. Manche versuchen es mit einem alternativen Lebensstil bis hin zur Askese. Vieles passiert ganz unbewusst. Das merken wir spätestens dann, wenn die Quellen versiegen, aus denen wir schöpfen. Wenn unsere Gesundheit wackelt, Beziehungen scheitern, Sicherheiten weg ­brechen. Manchmal regt sich erst dann die Frage: Aus welchen Quellen lebe ich eigentlich und wo sind sie vielleicht schon lange vertrocknet? 
Gott will und er allein kann unseren Durst nach Leben stillen aus einer Quelle, die nie versiegt. Ent­sprechend lautet sein sozusagen „letzter Aufruf“ in der Bibel: „Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ (Offenbarung 22,17b) 
Wer will, der bekommt!
Leben aus der Quelle.
Ganz umsonst .
Vielleicht ist das genau der Punkt, der mir mit meinem Leistungsdenken und Hang zum Perfektionismus widerstrebt. Beide machen auch vor meinem Glauben nicht halt. Ich bin nicht gerne bedürftig. Fehler und Versagen sind so nicht vorgesehen. Und wenn sie vorkommen, versu­che ich erst einmal, sie bzw. mich zu rechtfertigen. 
Doch unsere Rechtfertigungsversuche sind nach dem großen Versöh­nungsdienst, den Christus für uns geleistet hat, hinfällig. Alles, was unser Leben gefährdet,  in die falsche Richtung laufen lässt oder gar zerstört und uns von Gott trennt, hat er am Kreuz überwunden. Auch den Tod. Gott ließ sich unsere Rettung etwas kosten. Das Leben seines Sohnes. Er hat alles bezahlt und beglichen.

Wer das entdeckt, erlebt eine Verwandlung.

Verwandlung geschieht, wenn ich dieses lebendige Wasser aufnehme und Abgestandenes entweichen kann: Mein Wahn, die Kontrolle über mein Leben zu haben, genau zu wissen, was richtig und was falsch ist. Auch meine Sorgen, die mich nicht loslassen. Meine Ängste, die oft größer sind als mein Vertrauen. 

Das lebendige Wasser, das Gott uns anbietet, will das Erdenschwere leicht machen.

Nicht immer fühlen wir diese Leich­tigkeit. Oft haben wir schwere Beine auf der Wanderung unseres Lebens. Manche Wegstrecken bringen uns an unsere Grenzen. Manche Durst­strecke wird es noch geben. Da gilt Gottes Angebot:
„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendi­gen Wassers umsonst.“

Er ist selber dabei und erinnert daran:

Bei mir bist du an der Quelle. Bei mir gibt´s genug, immer genau zur rechten Zeit, ja sogar in Fülle. Mit deinen Reserven kommst du nicht weit. Du brauchst sie nicht mitzu­schleppen. Ich habe alles dabei, was du brauchst, um ans Ziel zu kommen. 

Für dich ganz umsonst! 

Wie ein goldenes Geschenkband verbindet das Kreuz in der Grafik Himmel und Erde – einfach unvorstell­bar, dieses Angebot abzulehnen.

Pfarrer Heiko Schmitz