Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Mitarbeiterausflüge


Maastricht war ein Erlebnis (2017)


Wir Mitarbeiter unserer Gemeinde fuhren in diesem Jahr mit dem Kirchenbus in die niederländische Grenzstadt Maastricht. Wir erlebten ein Einkaufsparadies mit einer Fülle historischer und kultureller Sehens­würdigkeiten. 

Nach zweistündiger Fahrt park­ten wir am Rand der Innen­stadt und gingen von dort zu Fuß in einer Viertel­stunde direkt hinein in den lebhaften Trubel, denn es war Markttag auf dem Marktplatz, dem kulinarischen Herzen der Stadt. Schon hier erlebten wir die "burgundische Lebensart". Die Maastrichter nutzen jede freie Minute, um das Leben zu genießen. 

Die Straßencafés haben kaum freie Plätze, und auch hier düst ein Radfahrer nach dem anderen an einem vorbei. Da jeder von uns einen Stadtplan erhalten hatte und ein Treffpunkt zum Mittag­essen vereinbart war, ging es vom Markt zwanglos in kleinen Grüpp­chen der spontanen Neugier folgend weiter. Denn Shopping, Sightseeing und Kulturgenuss gehen in Maas­tricht Hand in Hand. 

So steht z. B. die ehemalige Dominikanerkirche aus dem 13. Jahr­hundert, die vom einstigen Dominikanerkloster übrig blieb, un­mittelbar neben einem Einkaufs­zentrum mit 12.000 qm auf drei Stockwerken, denn dieses wurde auf dem ehemaligen Klostergelände errichtet. Das Kirchengebäude wird nicht mehr als Kirche benutzt, steht aber unter Denk­malschutz. Im Inneren haben geschickte Architekten eine 30 Meter lange zwei­stöckige Buch­handlung gebaut, die an keiner Stelle die Wän­de berührt, sondern rundum die Blicke freigibt auf das histori­sche Gemäuer mit den alten Fresco-Malereien. Nebenan ist im "Dingh-Huus", dem früheren Gerichtsgebäude, die Touristen­infor­mati­on untergebracht. In den alten, teilweise mittelalterlichen Bürgerhäusern bieten Läden Kunst­werke, Antiquitäten, Kleidung und alles Mögliche zum Kauf an. Zahl­lose einst katholische Kirchen, die im 16. Jahrh. zu reformierten Kirchen der Vereinigten Niederlande wurden, ziehen das Interesse der Architektur­liebhaber auf sich.  

Während unsere Kunstfreunde an den Baudenkmälern verweilten, zog es die Kauflustigen in das Inne­re der Boutiquen oder gar zurück auf den Markt; andere genossen lieber die Ruhe einer Bootsfahrt auf der Maas.Zum Abschied von Maastricht fanden wir uns alle am letzten freien Tisch der über­füllten Cafe­terias, Restaurants und Kneipen  in einem englischen Pub. Dort und auf der Rückfahrt überzeug­ten uns die frohen Berichte: Wir möchten noch einmal nach Maastricht, um auch die vielen Sehenswürdig­keiten zu erleben, die wir noch nicht sahen.


Acht Frauen und eine mittelalterliche Stadt - Mitarbeiterausflug 2016 nach Limburg

Es gibt Tage, da stimmt einfach alles: Sie fangen fröhlich an und enden mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ein solcher Tag war der alljährliche Ausflug der Mitarbeiter unserer Gemeinde bei strahlendem Sonnenschein nach Lim­burg an der Lahn. Hier haben wir die wundervolle Altstadt und den weithin sichtbaren Dom besichtigen können.

Unser erstes Ziel war Limburgs ältestes Café, wo bei einem köstlichen Frühstück Helga Nagel zu einer Nachfeier ihres Geburtstages einlud. Frisch gestärkt nahmen wir uns viel Zeit, um den historischen Kern der Stadt zu erkunden, der so besonders ist, weil er im Gegensatz zu den meisten mittelalterlichen Städten nicht einer Feuersbrunst zum Opfer fiel. Daher sind bis heute wunderschöne Fachwerkhäuser und Adels­höfe erhalten geblieben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Limburg im Jahre 910 (Gründung des Stifts Sankt Georg). Stadtrechte erhielt Limburg dann 1220. Seit 1180 gehörte es den Grafen von Leiningen, dann den Herren von Isenburg. Ab dem 14. Jahrhundert fiel Limburg an Kurtrier, in napoleonischer Zeit ab 1803 an Nassau und ab 1866 an Preussen.

Doch genug dieser wechselvollen Geschichte.

Für uns ist es heute eine wunderschöne alte Stadt mit einfühlsam restaurierten Häu­sern und zusammenhängen­den historischen Gassen, die an jeder Ecke Geschichte atmen. Es gibt so viel zu sehen und zu bestaunen, dass man aufpassen muss, vor lauter Begeisterung über die histori­schen Gebäude nicht ins Stolpern zu geraten. Auch die sehr geschmack­vollen Geschäfte waren für uns acht Frauen eine Freude (und Versuchung). Vor allem, weil es sich nicht um die üblichen Ladenketten handelt, sondern um Geschäfte, die mit Kunst handeln oder mit besonderen Gegenständen, die mit großem handwerklichen Können hergestellt wurden. Auch auf uralten Traditionen basierende Bäckereien oder Kaffeeröstereien kann man bestaunen und natürlich etwas Schönes mitbringen!

Und dann der Höhepunkt:  

Eine Führung im Limburger Dom, für die wir Helga Nagel zu danken haben. Wir hatten die große Freude, von Schwester Christiane, die zu den sogenannten Domschwestern gehört, geführt zu werden. Sie hatte die besondere Gabe, uns dieses imposante Bauwerk nicht nur fachkundig zu erklären, sondern auch ihre Begeisterung dafür auf uns zu übertragen. Dieses Bauwerk der rheinischen Spätromanik aus der Regierungszeit von Kaiser Friedrich II. wurde im Jahre 1235 als Stifts- und Pfarrkirche geweiht.

Doch die Ursprünge gehen viel weiter zurück, wie das bei vielen solcher Dome der Fall ist. Es soll schon im 8. Jahrhundert eine kleine Kirche gegeben haben, bevor Graf Konrad Kurzbold (so genannt, weil er wirklich sehr „kurz“ war) auf dem Gelände seiner Burg ein Kanonikerstift gründete. Graf Konrads Grabstätte befindet sich heute an prominenter Stelle im Dom.

Als dann die Bürger der Stadt Limburg zu Wohlstand kamen, begannen sie ab ca. 1180 eine größere Kirche mit vier Stockwerken zu errichten: Erdgeschoß, Empore, Triforium und Obergaden. Dies sei erwähnt, weil dieses architektonische Konzept auch heute noch in dem viel größeren Bauwerk erkennbar ist. Diese Bauweise bezieht sich auf die Darstellung des Himmels, wie Johannes in der Apokalypse schildert:


„Ich sah das neue Jerusa­lem, die himmlische Stadt von Gott her auf die Erde herabkommen, geschmückt wie eine Braut und gegrün­det auf den Grundsteinen der Zwölf Apostel (Offb. 21)“.

Zwölf massive Pfeiler sind das Sinnbild für die zwölf Apostel, die vielen Arkaden sind wie die offenen Tore der Himmelsstadt. Die ganz besondere Wirkung von Durchblicken und Ausblicken auf jeder Ebene des Domes bieten dem Betrachter eine enorme Vielfalt von Impressionen. Als im Jahre 1827 das Bistum Limburg gegründet wird, wurde aus der Stifts- und Pfarrkirche eine Bischofskirche (Kathedrale).

Der Dom wurde nie zerstört, aber mehr­fach übermalt und restauriert. Die letzte Innen­restauration fand 1975 bis 1991 statt. 1993 wurden dann die wunder­schönen modernen Glasfenster von Herbert Spierling installiert, die erstaun­lich gut mit der historischen Kathedrale harmonieren. Ein weiteres Element sind die bei dieser Restauration freigelegten alten Fresken, die man jetzt wieder bewundern kann, wenn sie auch etwas von ihrer ursprünglichen Farbigkeit verloren haben.

Der stimmungsvolle Abschluss der Führung war ein von Schwester Christiane angeregter gemeinsamer Gesang (wir hatten das Lied „Lobe den Herrn“ vorgeschlagen) aus einer Ecke des Triforiums. Hier wollte sie uns die großartige Akustik des Limburger Doms demonstrieren, welche uns absolut hingerissen hat.


Nach dieser begeisternden Füh­rung verblieb noch ausrei­chend Zeit für eine weitere Einkehr im inzwischen herrlich beleuchteten Limburg. Wir danken Helga Nagel für die Planung dieses zauber­haften Ausflugs. Danke auch an Gerda Herriger, die uns acht Frauen souverän und sicher nach Limburg und wieder zurück nach Oberpleis gefahren hat – natürlich mit dem bewährten Kirchenbus.  

Irmgard Granitzki