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Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Professor Dr. Otto Bartning - Der Architekt unserer Kirche


Professor Dr. Otto Bartning war ein bedeutender Architekt des 20. Jahrhunderts.

Er gilt als wichtigster deutscher Kirchenbaumeister im protestantischen Bereich, Begründer des modernen evangelischen Kirchenbaus sowie (neben Walter Gropius) als Mitbegründer der Bauhausidee.

In Deutschland sind 109 Bartningkirchen erhalten, darunter 92 Nachkriegs-Serienkirchen "Notkirchen", eine Friedhofskapelle, außerdem über 20 nicht-kirchliche Bauwerke.

 

Otto Bartning 

* 12. April 1883 in Karlsruhe; † 20.Februar 1959 in Darmstadt

war ein deutscher Architekt und Architekturtheoretiker, der vor allem durch seine Kirchenbauten bekannt wurde. 

Die meisten noch vorhandenen Gebäude nach Bartnings Plänen stehen inzwischen unter Denkmalschutz.

 

Ab 1912 war er Mitglied im Deutschen Werkbund, von 1919 bis 1923 gehörte er dessen Vorstand an. Zusammen mit Walter Gropius begründete er ab Ende 1918 die Bauhaus-Idee, formulierte weitgehend das Programm, war dann aber an der Gründung nicht beteiligt (Alleingang von Gropius). Bartning zählte zu den Begründern der Architektenvereinigung Der Ring. 1922 erregte sein (nicht ausgeführter) expressionistischer Entwurf einer Sternkirche Aufsehen, 1928 wurde er mit dem Bau der Stahlkirche auf dem Ausstellungsgelände der Pressa in Köln international bekannt. Nach dem Umzug des Bauhauses nach Dessau war Bartning 1926–1930 Direktor der neu gegründeten Bauhochschule in Weimar.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bartning Leiter der Bauabteilung des Evangelischen Hilfswerkes in Neckarsteinach. Unter seiner Leitung legte das Hilfswerk mit Unterstützung ausländischer Kirchen zwei Serienkirchenprogramme auf. Bartning entwarf drei Typen von sogenannten Bartning-Notkirchen, von denen 43 in ganz Deutschland gebaut wurden. In einem Folgeprogramm wurden weitere, jetzt kleinere Kirchengebäude in den drei Typen Gemeindezentrum, Diasporakapelle und Haus der Kirche gebaut.

 

Im November 1947 aber, als ich gerade in Berlin war, ereilte mich telefonische Nachricht: Der „Weltrat der Kirchen in Genf“, „Lutheran World Federation“, „Evangelical and Reformed Church“, „Presbyterian Church“ und „Schweizer Hilfswerk“ haben 40 Notkirchen, 40 mal 10 000 $ gestiftet.

Große Erfüllung! … Diejenigen, die mir die Nachricht meldeten, erwarteten wohl, ich würde laut aufjubeln. Und ich dachte eigentlich selbst, ich müsste es tun. Aber ich verstummte, ging auf die Straße und wanderte stundenlang durch die Trümmerfelder, wie ein Besessener, wie ein Verurteilter. … Wird es 40, ach nein: wird es 10, oder auch nur 5 solcher Not-Gemeinden geben? Wenn nicht, so will und muss ich den wunderbaren Auftrag in die Hände der großmütigen Stifter zurücklegen. … Und so fing ich an, von Bauort zu Bauort zu fahren, die Bauplätze, das Material und die Mittel zu prüfen – und die Bereitschaft der Gemeinden. Auch den Zustand der Ruinen, denn oft lassen die Elemente der Notkirche sich merkwürdig einfügen. … Darum bauen wir Notkirchen.“

             

aus: Otto Bartning: Warum Notkirchen?