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Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Bericht von der Rheinischen Landessynode 2017

von Irmgard Granitzki


Umweltschutz, Finanzen, Personalfragen und die Ökumene waren die Hauptthemen der Rheinischen Landesynode, die wie immer zu beginn eines neuen Jahres in Bad Neuenahr tagte.

Ein erfreulicher Aspekt zum Thema Ökumene, das ja 2017, im 500. Jahr der Reformation, von beiden Kirchen stärker als üblich in den Vordergrund gestellt wird, war der festliche Eröffnungsgottesdienst. Die Predigt wurde natürlich von unserem Landespräses Manfred Rekowski gehalten, aber der katholische Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck aus Essen und der alt-katholische Bischof Matthias Ring aus Bonn arbeiten erstmals mit an der Liturgie des Abendmahles.

Ausführlich befasste sich die Synode, das höchste Gremium der zweitgrößten Evangelischen Landeskirche, in diesem Jahr mit dem rheinischen Beitrag zum laufenden 500. Jubiläumsjahr der Reformation. Dazu gab es ein Grundsatzreferat der Privatdozentin Nicole Kuropka mit dem Titel "Reformation in Rheinland - Wege in die Zukunft".

Doch zunächst einige wichtige Zahlen:

2,66 Mio. Mitglieder hat die Rheinische Landeskirche - 201 davon sind stimmberechtigte Synodale aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen. Im laufenden Jahr erwartet Oberkirchenrat Bernd Baucks aus Bonn, der "Finanzminister" unserer Kirche 720 Millionen Euro Kirchensteuer und fordert trotzdem strikte Haushaltsdisziplin: Nicht um große Rücklagen zu schaffen, sondern um Spielräume für Investitionen zu bekommen und die Landeskirche zukunftsfähig zu machen. Schließlich muss mit sinkenden Mitgliederzahlen gerechnet werden und mit den Auswirkungen und wirtschaftlichen Folgen der Politik des amerikanischen  Präsidenten Trump und des Brexits. Weiterhin gibt es ein Milliardenloch in der Versorgungskasse für die Pfarrer und Kirchenbeamten. Um die Pensionen langfristig zu sichern, sind immerhin 155 Millionen Euro pro Jahr erforderlich.

Auf der Tagesordnung der Rheinischen Landessynode stand auch die Vorlage für neue Gemeindereformen. Ebenso stand die Flüchtlingsproblematik an den EU-Außengrenzen zur Debatte. Unser Präses Rekowski ist übrigens der Flüchtlingsbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Ein weiterer wichtiger Punkt der Agenda war das "Integrierte Klimaschutzkonzept". Hier hat die Rheinische Landeskirche beachtliche Erfolge aufzuweisen. In den letzten 10 Jahren wurden in Gottes- und Gemeindehäusern, bei Autofahrten und Flugreisen, sowie bei der Beschaffung von umweltschonenden Bürogeräten mehr als 40.000 Tonnen CO2 eingespart. Mit Hilfe staatlicher Zuschüsse soll der kirchliche CO2-Ausstoß weiter drastisch verringert werden, um dem göttlichen Auftrag (1. Mose 2,15) gerecht zu werden, wonach der Mensch "die Erde bebauen und bewahren" soll.

Zum Schluß noch eine Personalentscheidung, die für uns hier im Bonner Raum in Interesse ist: Der ehemalige Bonner und Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers, der jetzt als Rechtsanwalt tätig ist, wurde als neues ehrenamtliches Mitglied in die 15-köpfige Leitung der Rheinischen Landeskirche gewählt.