Gemeinde leben

Evangelische Kirchengemeinde Oberpleis

 
 

Weltgebetstag - ökumenische Gottesdienst(e) in Oberpleis


Freitag, 06. März 2020

15.00 Uhr

Evangelische Kirche Oberpleis


Gottesdienst zum Weltgebetstag


Simbabwe war früher der südliche Teil von Rhodesien und grenzt heute an fünf Länder, darunter im Norden an Nordrhodesien und im Süden an Südafrika. Es hat keinen Zugang zum Meer und mit  seinen noch knapp 17 Mio Einwohnern eine Gesamtfläche wie Deutschland und Belgien zusammen.

In Simbabwe herrschen Hunger, Arbeitslosigkeit, Energieknappheit, Binnenflucht im Innern und in die benachbarten Länder. Weltweit gehört Simbabwe zu den von AIDS am stärksten betroffenen Ländern, dabei sind fast 80 % aller mit HIV infizierten Jugendlichen Frauen. Eine neue soziale Randgruppe sind die AIDS-Waisen.

Nach der 1980 erreichten Unabhängigkeit galt das Land lange Zeit als Vorbild für eine friedliche postkoloniale Transformation.  Nach Amts­antritt 1980 förderte die Regierung Mugabe Kleinbauern und startete mehrere Regierungsprogramme, unter anderem im Gesundheits- und Bildungsbereich. Die Wirtschaftsleistung nahm zu (3,6 % Wachstum pro Jahr). Erfolge wurden auch bei den anderen Programmen erzielt, und soziale Indikatoren verbesserten sich enorm.

Mugabe änderte aber seinen politischen Kurs, entwickelte sich zum Diktator und führte auf Wunsch von Weltbank und Internationalem Währungsfonds eine "Freie Marktwirtschaft" ein. Die soziale und politische Lage verschlechterte sich 1991 bis 2009 deutlich, und es lebten etwa vier bis fünf Millionen Simbabwer im Exil. Dass diese Politik falsch war, gab die Weltbank zu und schrieb: „Große Teile der Bevölkerung, darun­ter viele Kleinbauern und Kleinbetriebe, fanden sich in einer ge­fährdeten Position mit eingeschränkten Möglichkeiten, auf die neuen Marktbedingungen zu antworten.“ Als Grund gab der Bericht den man­gelnden Zugang zu natürlichen, technischen und finanziellen Ressour­cen sowie die Schrumpfung der öffentlichen Dienstleistungen für die Be­völkerung an. Auch die Anzahl der Beschäftigten ging deutlich zurück, und die Wirtschaft stagnierte. Lediglich das Bildungssystem blieb auf ei­nem für Entwicklungsländer hohen Niveau.


Im 21. November 2017 wurde der damals 90 jährige Mugabe zwar vom Militär zum Rücktritt gezwungen, sein Nachfolger wurde jedoch sein Parteifreund Mnangagwa, jahrzehntelang ein enger Weggefährte Mugabes. Die Menschenrechtslage verschlechterte sich drastisch. Das Land wird heute von Menschenrechtsverletzungen ungekannten Ausmaßes erschüttert, die von staatlicher Seite unterstützt oder geduldet werden. Die Täter sind zumeist Angehörige der Sicherheits­kräfte, Kriegsvetera­nen oder Anhänger der Afrikanischen Nationalunion von Simbabwe.

Aus der katastrophalen Men­schenrechtslage, dem völligen Darnieder­liegen der einst blühend­en Landwirtschaft und dem volkswirtschaftli­chen Bank­rott bei totaler Überschuldung des Staatshaushaltes se­hen die Frauen von Simbabwe zur Zeit nur noch einen Ausweg:    "Steh auf und geh!"  
Bernhard Niemann